Acetylsalicylsäure (Ass)

Acetylsalicylsäure (2-Acetoxybenzoesäure, ASS) wird durch die Acetylierung von Salicylsäure mit Essigsäureanhydrid hergestellt. Bekannt ist Salicylsäure jedoch bereits seit der Antike. Es wurde aus der Rinde und den Blättern verschiedener Weidenbaumarten gewonnen und fand damals wie heute seinen Einsatz als Mittel gegen Fieber, Entzündungen und Schmerzen.

ASS erweitert die Hautkapillare. Dadurch kann mehr Wärme abgegeben werden und somit die Körpertemperatur gesenkt werden. ASS verhindert die Prostaglandinsynthese und blockiert ein Enzym, das die zur Wiederherstellung der Zellgeschmeidigkeit nach Zellverletzungen produzierte Arachidonsäure in Prostaglandine umwandelt. Durch die Wirkung auf die Prostaglandine wird nicht nur das Schmerzempfinden verringert und Erkältungskrankheiten bekämpft, sondern auch die Blutgerinnungszeit verlangsamt und die Gefahr eines Herzinfarktes oder Schlaganfalles aufgrund einer instabilen Angina pectoris, unter anderem durch die Produktionshemmung des gefäßverengend wirkenden Thromboxan, bei Risikogruppen und Infarktpatienten drastisch verringert.

Gerade bei schwerem Gewichttraining kann ASS die Regeneration durch schnelleres Abheilen der während des Trainings entstehenden Muskelverletzungen beschleunigen. Durch die Verminderung der Blutverdickung kann ASS auch im Ausdauerbereich hilfreich sein.

Die besten Darreichungsformen sind mit Einschränkungen die Brauseform und magenfreundliche Formen wie Aspirin Protect von Bayer, da die Magenschleimhautreizung so etwas verringert wird.

Nebenwirkungen, wie Magen- und Darmbeschwerden: Völlegefühl, Sodbrennen, Verdauungsstörungen, Magendrücken bis zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall. , werden einerseits auf die Reizwirkung der Säure und andererseits auf die Hemmung der Prostaglandinsynthese - vor allem die Prostaglandine E2 und I2 sind wichtig für den Schutz der Magenschleimhäute - zurückgeführt. Von einer chronischen Einnahme sollte also in jedem Fall abgesehen werden. Die Freude über ein verringertes Infarktrisiko ist ungleich geringer, wenn ASS erst einmal Schäden in der Magenwand verursacht hat. Da ASS ein Vitamin-C-Räuber ist, sollten zusätzliche Vitamin-C-Gaben zur Vorraussetzung für eine Einnahme sein. Vitamin C unterstützt letztendlich auch die regenerative Wirkung der ASS.

Das gelbliche, kristalline Salicin, der aus den Blättern und der Rinde verschiedener Weidenbaumarten gewonnene Ursprungsstoff der ASS, wirkt ähnlich, hat allerdings einer sehr bitteren Gechmack, und muß aufgrund der zumeist nur einprozentigen Salicinkonzentration der Rindenextrakte entsprechend höher dosiert werden. Salicin wird im Gegensatz zu ASS nicht im Darm, sondern erst in der Leber und im Blut zu der wirksamen Salicylsäure verwandelt. Daher bestehr keine Gefahr für Magenprobleme. Die Wirkung des Salicin scheint mit der der ASS vergleichbar, wenn auch durch die langsamere Resorption eine Behandlung gegen akute Schmerzen nicht zu empfehlen ist.

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